• „Die Ökonomie ist hocheffektiv, aber nur bedingt effizient!“

    „Die Ökonomie ist hocheffektiv, aber nur bedingt effizient!“

Im letzten SPIEGEL ( Nr. 14 / 2017, S. 38 – 40)schlägt ein amerikanischer Philosophieprofessor (Jason Brennan) vor, dass nicht jeder Bürger wählen dürfe. Wer keine Ahnung von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen habe, soll nicht wählen. Er will die Leute davon abhalten, dass sie aus Unwissen und Ignoranz ‚sich selber ins Knie schießen’ und Maßnahmen, Personen, Programme befürworten, deren Folgen sie selber negativ treffen könnten. Letztlich sollen nur solche Bürger wählen, die verstehen, was sie wählen. Blindes Meinen, Jubeln, Hassen etc. soll ausgeschlossen werden. Wir haben es mit einer Rationalisierung des politischen Vorganges zu tun. Die stupide Regeln ‚1 Mensch, 1 Stimme’ ist zu einem unreflektierten Schematismus geworden, in dem nicht bedacht werden muss, was man wählt. Soweit ich Jason Brennan richtig verstehe, will er ein gewisses Maß an Urteilskraft zurückgewinnen für den politischen Prozess. Sollen nur informierte Bürger wählen? Neuere Ansätze zu einem demokratischen Qualitätsmanagement.

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Wackelt_die_Demokratie

Alle sind auf Donald Trump fixiert, aber die Prozesse, in denen ein solcher Typus hochschwimmen konnte, dauern schon länger an. Richard Rorty, ein kürzlich verstorbener amerikanischer Philosoph, hatte schon vor längerem gewarnt, dass sich die Demokratie als eine geschichtlich vorübergehende Erscheinung erweisen könnte. Er war zudem der Meinung, dass die USA keine Demokratie mehr wären, sondern eine Reichenherrschaft (Oligarchie). Wackelt die Demokratie?

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‚Make America great again’? Amerika soll wieder groß gemacht werden, so dass alle stolz auf es sein können. Zugleich aber soll es auch wachsen, d.h. höheren Wohlstand erlangen. Was nun aber?

Wenn Trump seinen Protektionismus durchsetzt, bedeutet es, dass viele Güter teuer werden. Und ob die Staatssubventionen, die Trump vorhat, längerfristig Arbeitsplätze schaffen, ist ungewiss, zumal die digital revolution massiv weiterhin Arbeitsplätze einsparen wird. Es ist unklar, ob Trump überhaupt die digital Transformation auf dem Schirm hat. So bleibt die Frage, ob man dafür, dass man auf sein Land wieder stolz sein kann, bereit ist, an Wohlstand einzubüßen.

Wohlstand oder Stolz. Endet der Kapitalismus?

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Allmählich bilden sich die Kontouren der digitalen Revolution heraus. Im Silicon Valley wird von der Einführung des Grundeinkommens geträumt. Je stärker die Wirtschaft digitalisiert wird, desto stärker wird sie automatisiert, und die freigesetzten Menschen haben keine Einkommen mehr aus Beschäftigung und Arbeit. Wer soll denn sonst alle die wunderbaren digital products and services kaufen? Von welch anderem Einkommen als vom Grundeinkommen?

Automation, Grundeinkommen und Unmengen freier Zeit

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Mein indischer Freund will mir eine Wette aufdrängen: 50 Euro, dass Trump maximal 15 Monate im Amt bleibt. Dann kommt das Amtsenthebungsverfahren (impeachment), weil er über irgendeine Sache stolpert, die mächtige Gegner nutzen, um ihn durch seinen fundamentaleren Vizepräsidenten Pence zu ersetzen (oder Mike Romney). Ich bin die Wette nicht eingegangen, denn ich glaube er wird Recht behalten. Darum wird Trump nicht länger als 15 Monate bleiben

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Viele hoffen, dass Donald Trump die Präsidentschaftswahl verliert. Was aber dann? Ist er dann ‚besiegt’? Trumps Einfluss bleibt erhalten. Lügen und Hassreden werden weiterhin zu den Standards politischer Rhetorik gehören. Als anhaltenden Effekt werden wir den Echo-Kammer-Effekt der sozialen Medien erleben: einer lügt etwas vor und tausende von Followern reden im Echo-Modus dasselbe. Was ist wenn Trump verliert?

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Papst Franziskus hat Mutter Teresa heiliggesprochen. Für nicht-religiöse Menschen ist das seltsam, wenn auch nicht so wichtig. Manche sind sogar einverstanden damit, der alten Helferin die Ehre zukommen zu lassen: als eine Art Barmherzigkeits-Preis. Als Heilige ist sie jetzt ein offizielles Zeichen für die Wirkung christlicher Barmherzigkeit. Doch sollten wir ehrlich bleiben: auch der Buddhismus und der Islam haben ihre Barmherzigkeitswelten. Mutter Teresa ist nun heilig. Warum nicht Deng Xiao Ping?

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Eigentlich sind wir es gewohnt, dass Menschen sich zum Teil seltsam anziehen. So wie sich Nonnen (auch Bischöfe) fast ganz verhüllen. Beide aber lassen das Gesicht frei. Im Abendland löst die Gesichtsverhüllung Assoziationen aus, die die Betreiber orientalischer Sitten nicht kennen. Man verbirgt das Gesicht, wenn man etwas verdecken will (etwas Kriminelles, etwas Unsittliches). Oder im Karneval als Schattenrest heidnischer Riten. Wenn man sich aber als Menschen begegnen will, dann offenen Antlitzes.

Es geht gar nicht um Burkas …

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